Helmut Schaake. Crosslauf soll in einem abwechslungsreichen Gelände hart und anspruchsvoll sein, aber die  Strecke muss für alle Teilnehmer fair sein, auch für die Läuferinnen und Läufer im Hinterfeld, die Schülerinnen und Schüler sowie die vielen älteren Seniorinnen und Senioren. Forderung ja, Überforderung nein. Doch in diesem Jahr erntete die Streckenwahl harsche Kritik. Es ging entweder nur bergauf oder bergab, flache Streckenabschnitte waren nicht vorhanden. Pro Runde mussten 22 Meter Höhenunterschied überwunden werden. Bänder, Sehnen und Gelenke wurden dabei über Gebühr strapaziert. Für viele der Teilnehmer werden die hessischen Crossmeisterschaften 2008 in Villmar in ewiger Erinnerung bleiben.

 

Gleich zum Auftakt der Veranstaltung sorgte beim B-Schüler-Mannschaftscup über ca. 2000 Meter der Nachwuchs des TSV Eintracht Stadtallendorf mit dem Mannschaftssieg für einen großen Erfolg.

Hier siegte der 13-jährige Leonard Hermann (TV Dillenburg) in 7:25 Minuten mit 5 Sekunden Vorsprung vor dem um ein Jahr jüngeren Ali Yüksel (TSV Eintracht Stadtallendorf) und Tobias Stang (MT Melsungen). Wie schon im Vorjahr holten sich Ali Yüksel, Marian Vietor als 6. nach 7:55, Pascal Köhler auf Rang 8. mit  8:01 und Leon Martin als 17, mit 8:27 Minuten den Erfolg in der Cupwertung vor dem SSC Hanau Rodenbach. Bei den gleichaltrigen Mädchen freute sich die erst 11-jährige Nathalie Kolbe (ASC Breidenbach) über Rang 6. in 9:06 Minuten.

Jugend A/B über 3900 Meter.

Die Top-Favoritin und deutsche Meisterin Sena Badane (LC Mengerskirchen) A-Jugend 15:32 Minuten musste als Titelverteidigerin nicht viel tun, um sich bei Streckenhälfte entscheidend absetzen zu können und nach 15:32 Minuten einen ungefährdeten Sieg herauszulaufen. Platz zwei ging an Laura Hottenrott-Freitag (LG Baunatal/Fuldabrück), die sich riesig über ihren ersten Hessentitel bei der B-Jugend in 16:12 Minuten freute. Eine Solovorstellung gab Vorjahresseiger Florian Orth (ESV Jahn Treysa) bei der Jugend, der hier vom Start weg allen auf und davon rannte und bei seiner Ein-Mann-Show nach 12:35 Minuten einen 200-Meter-Vorsprung gegen Jannik Ernst (TV Waldstraße) heraus gelaufen hatte. Bester Heimischer wurde hier als 9. und 6. der A-Jugend Bastian Feussner (ASC Breidenbach) mit 13:48 Minuten. Ein ganz mutiges Rennen lief als 5. der B-Jugend Alexander Hirschhäuser auf Platz 14. im Gesamtfeld nach 14:07 Minuten, der damit zusammen mit Maximilian Stern auf Platz 19 in 15:34 Minuten den zweiten Platz in der Mannschaftswertung hinter der TV Waldstraße-Wiesbaden sicherte. Bei den Männern siegte auf der Mittelstrecke Heiko Baier (LG Fulda) über 3900 Meter in 12:41  Minuten.

Auf der Langstrecke über acht Runden mit 7700 Metern war der deutsche Marathonmeister Philipp Ratz (TSV Friedberg-Fauerbach) in 25:39 Minuten ganz  überlegen vor Jan Mattis Kuhn (LC Eschenburg) in 15:52 Minuten siegreich. Mit Platz 10 auf dem schwierigen Kurs musste sich Tammo Lotz (SF Blau-Gelb Marburg) nach 27:23 Minuten zufrieden geben. Lars Siegmund lief bei seiner ersten HLV Meisterschaft als 19. und 7. der M30 nach 28:58 durchs Ziel während Christian Klaus als 30. und 9. der M30 (alle BG Marburg) das Rennen beendete. Damit konnten sich die Blau-Gelben auf Platz zwei in der Mannschaftswertung M30/35 behaupten.   

 

 

Frauen, Juniorinnen ,und Altersklasse 3900 Meter.

Start-Ziel-Sieg für die Juniorin Anna Hahner (PSV Grün-Weiß Kassel) in 15:19 Minuten.

Zunächst sah es auf den beiden ersten Runden nach einem Zweikampf zwischen  Anna Hahner (PSV Grün-Weiß Kassel) und Jana Hirschhäuser (ASC Breidenbach) um den Gesamtsieg aus, doch dann nach Streckenhälfte musste Jana Hirschhäuser erkennen, dass ihr nach einer Erkältung immer noch die Kraftreserven fehlten. Am Ende musste sie sich als Gesamtfünfte und Dritte der Juniorinnen mit 15:44 Minuten zufrieden geben. Stark war die Vorstellung von Sonja Kiefer (ASC Breidenbach), die  bei ihrer ersten Meisterschaft nach 16:08 Minuten auf Platz neun ins Ziel einlief und sechste Juniorin wurde. Zusammen mit Franziska Espeter sicherten sich die Breidenbacherinnen in der Teamwertung die Vizemeisterschaft.

Pech dagegen hatte bei den Seniorinnen W40 Meike Wallow (SF Blau-Gelb Marburg), die den Sieg und das Ziel schon vor den Augen hatte, aber mit schweren Beinen auf den letzten Metern dem Konter ihrer Verfolgerin nichts entgegen zu setzen hatte und noch von Annette Knaus (TV Waldstraße-Wiesbaden) in 16:53 zu 16:57 Minuten überspurtet wurde. Freuen konnte sie sich aber zusammen mit Steffi Merkel-Heinz (Platz 5. in 17:49 Minuten) und Petra Sonthoff (7. W40 in 19:32 Minuten) über den Mannschaftssieg. Platz 49. ging hier an Karola Kolbe als 9. der W40 in 20:53 Minuten, Anni Hoch (beide ASC Breidenbach) auf Platz 56 wurde 5. der W55 in 24:02 Minuten. 

 

Senioren M40/45 (6800 Meter),

Alles was zu gewinnen gab ging an die Blau-Gelben.

Vom Start weg legte 3000-Meter-Hallenmeister Thorsten Kramer (SF Blau-Gelb Marburg) ein Höllentempo vor, stürmte das lange Bergabstück herunter und hatte auch nach der ersten Runde einen 50-Meter-Vorsprung gegenüber seinen Vereinskameraden Marathonhessenmeister Hakim Ouahioune und Ralf Nowak heraus gelaufen. Diese hatten in ihrem Schlepptau aber so starke Mitstreiter wie Markus Riefer (SSC Hanau-Rodenbach) und Vorjahresssieger Jürgen Wagner (PSV Grün Weiß Kassel). Zwar konnte in der letzten Runde Vorjahresssieger Jürgen Wagner (PSV Grün Weiß Kassel) in der letzten Runde noch zu Thorsten Kramer auflaufen, doch in der Schlussphase spielte Thorsten Kramer 300 Meter vor dem Ziel seine bessere Spurtstärke aus, konnte mit 24:27 zu 24:35 Minuten noch deutlich siegen und sich seinen zweiten Hessentitel in diesem Jahr sichern.

Platz vier und fünf gingen an die beiden Marburger Ralf Nowak (Platz 4. M40) in 24:58 Minuten und M45 Sieger Hakim Ouahioune in 25:14 Minuten.

Gesamtsieger Jürgen Theofel (FV Wallau) M50 und älter.

Wenn Jürgen Theofel (FV Wallau) an den Start geht, will er auch gewinnen. Der 14- fache deutsche Meister und letztjährige Europameister im Halbmarathon war hier  als Titelverteidiger der M45 angetreten und wollte auch in seiner neuen Altersklasse M50 gewinne, aber auch hier hatte er auf Landesebene eigentlich keinen ernsthaften Gegner zu fürchten. Vom Start weg lief er ein einsames Rennen an der Spitze und konnte auf den sechs Runden seinen Vorsprung Runde um Runde kontinuierlich vergrößern. In Ziel wurde er mit 21:30 Minuten gestoppt und lag 41 Sekunden  Vorsprung vor Siegfried Quoika (TV Waldstraße Wiesbaden). Nicht Titelverteidiger Nazzareno Gerecitano (TUSPO Borken) holte sich diesmal den Titel der M 55, sondern dahinter auf Platz vier im Gesamtfeld Egbert Merkel (TSV Cappel), der nach vorsichtigem Beginn auf den ersten Runden nach 22:48 Minuten vor seinem Konkurrenten lag, nachdem dieser in den ersten Runden auf Platz zwei das Rennen viel zu stürmisch angegangen war.

Einen weiteren  Altersklassen Wimpel nahm Elias Dobre (TSV Cappel) entgegen. Er wurde wie schon in der Halle über 3000 Meter in der M65  nach 26:11 Minuten13. im Gesamtfeld.  Bei  den „Oldies“ in der M70, wo Horst Schubert (MT Melsungen) auf Platz 27 nach 29:02 Minuten siegte, holte sich der Fronhäuser Josef Banholzcer (SG Fronhausen) die Vizemeisterschaft nach 31:33 Minuten.