Zweimal Gold und einmal Silber war die Ausbeute der heimischen Marathonis in Mainz bei der Deutschen Meisterschaft.

Jürgen Theofel FV Wallau) siegte in der M50 während Hakim Ouhioune in der M45 gewann,

Meike Wallow (beide SF Blau-Gelb Marburg) holte Silber in der W40.

 

Helmut Schaake. Nicht Mainz, wo man singt und lacht, sondern Mainz, wo  man sich quält und schwitzt. So dürfte für die über 10000 Teilnehmer der Gutenberg-Marathon am Sonntag als Hitzerennen in Erinnerung bleiben. Es war zwar am Morgen fast windstill, aber schon bald kletterten die Thermometer auf fast 20° C an, die Sonne lachte von einem strahlend blauen Himmel, und jeder der Marathonis wusste, dass ihn hier ein Hitzerennen erwartete.

Bei den  Deutschen Marathon-Meisterschaften, die am Sonntag im Rahmen des Mainzer Gutenberg-Marathons ausgetragen wurden, stachen die heimische Trümpfe im Seniorenbereich.   

Es ist immer ein langer, von vielen Entbehrungen gezeichneter Weg. Die Vorbereitung für einen leistungsambitionierten  Marathonläufer ist hart. Seit über vier Monaten war Jürgen Theofel (FV Wallau) nur auf das große Ziel, seinen 16. Meisterschaftstitel bei Deutschen Meisterschaften zu erringen, fokussiert .  Spätestens seit 2002, wo er in Potsdam die Senioren-Europameisterschaften gewann, sind die klassischen 42195 Meter der Marathondistanz zu seiner Lieblingstrecke geworden. „Wenn ich antrete, dann will ich auch gewinnen. Die Bedingungen sind für alle gleich,“ das war auch in Mainz die Devise des fast 50-Jährigen.

Belastung und Erholung müssen stimmen. Die  mentale Herausforderung ist im Vorfeld schon groß.

 

„Es ist immer eine Kunst, sich von Woche zu steigern und in Form zu kommen. Aber ich konnte seit Januar schon feststellen, dass ich auf meinen Teststrecken und bei den samstäglichen Drei-Berge-Lauf über 28 Kilometer im selektiven Hinterland immer schneller wurde. Dazu kamen noch zwei kilometerträchtige Trainingswochen in Spanien mit einem Wochenumfang von über 200 Kilometer. So wusste ich,  der Marathon kann kommen. Trotzdem kommt dann kurz vor dem Start auf einmal die Angst, dass  man nun zuviel oder auch zu wenig trainiert hat. Hochleistungssport ist immer eine Gradwanderung der Gefühle.  Kopf und Körper müssen wollen. Denn eins steht fest: Marathon im Grenzbereich ist bestimmt Stress und ungesund,“ so Jürgen Theofel im Gespräch . „In Mainz waren die Bedingungen schon mit über 22°C zu warm, aber wir hatten eine gute Gruppe mit einem Tempomacher, der extra für die spätere deutsche Meisterin Susanne Hahn (SV Schlau.com Saar) abgestellt worden war.“

 

Mit dabei waren im Feld um Susanne Hahn auch Hakim Ouahioune und Marco Schwab (beide SF Blau-Gelb Marburg). Nach einigen Schrecksekunden nach einem Sturz mit Schürfwunden  für Jürgen Theofel schon bei Kilometer acht wurde dann die erste Hälfte in 1:14:29 Stunden passiert. Dann stieg der Tempomacher aus und die anderen Läufer unterstützten Susanne Hahn bei ihrem Vorhaben, die Olympianorm von möglichst 2:30 Stunden zu unterbieten, was ihr am Ende auch mit 2:29:35 Stunden  eindrucksvoll gelang.

Mit 2:29:49 Stunden als 14. im Gesamtfeld und zehntbester Deutscher freute sich Jürgen Theofel über den Altersklassensieg der M50 und seine 16. Goldmedaille bei Deutschen Meisterschaften.

Nur 10 Sekunden dahinter und erstmals unter 2:30 Stunden blieb dann schon als Nächster Hakim Ouahioune (SF Blau-Gelb Marburg). Obwohl er im Vorfeld immer wieder mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hatte, unterbot er hier erstmals mit 2:29:59 Stunden die Zweieinhalb-Stunden-Marke und sicherte sich die Goldmedaille in der Altersklasse M 45.

Zwei Ziele hatte sich Meike Wallow (SF Blau-Gelb Marburg) für diese Meisterschaften vorgenommen: eine Medaille und möglichst dicht an die Drei-Stunden-Marke kommen. Beides klappte dann nach einem klug eingeteilten Rennen mit fast zwei gleichmäßig gelaufenen Hälften. Als Gesamtsiebte innerhalb der deutschen Meisterschaften kam sie unter die Top Ten. Dazu belegte sie bei den Seniorinnen W40 Platz zwei und freute sich nach 3:01:14 Stunden über die  Silbermedaillen für ihren größten Erfolg.

 

Bestzeit lief als Gesamt 21. und 17. der DM sowie 8. der M35 Marco Schwab (SF Blau-Gelb Marburg), der Pech hatte und auf den letzten 10 Kilometer nach einer Getränkeaufnahme  Magenprobleme bekam und den Anschluss zu der Verfolgergruppe verlor. Für ihn wurden im Ziel 2:34:40 Minuten gestoppt.

Mit ihren guten Leistungen trugen der Fronhäuser Helmut Scholz als 5. der M65 in 3:26:01 Stunden, der Marburger Stefan Behrens als 14. der M60 in 3:34:09 Stunden und Jürgen Leip 3:21:24 Stunden zum zweiten Platz in der Mannschaftswertung der LG Wettenberg bei den über 60-Jährigen bei.