"Jeder Crosslauf hat seine eigenen Gesetze!"
Diesmal waren es nicht die vereisten Wege, sondern die zahlreichen Schlammpassagen, die nach dem Regen bei milden Temperaturen von 8°C den 100 Startern bei der 4. Auflage des Crosslaufs in Oberrosphe/Wetter zu schaffen machten.


Helmut Schaake. Wetter/Oberrosphe. "Sehr anspruchsvoll, aber gerade noch zu belaufen," so lautete im Ziel beim 4.Crosslauf in Wetter-Oberrosphe der Tenor bei den knapp 100 Startern. Chancenlos waren die nur mit Turnschuhen Angereisten. Für sie wurde das Rennen nach dem Regen der vergangenen Tage zu einer richtigen Rutschpartie. Hatten im letzten Jahr die Querfeldeinspezialisten noch gegen klirrende Kälte und Raureif auf den Wegen zu kämpfen, so mussten sie diesmal auf dem ohnehin schon schwierigen Rundkurs um den Sportplatz "Am Rinert" mit zahlreichen knöcheltiefen Schlammpassagen eine gehörige Portion an Kondition mitbringen.


Da waren sich zwei erfahrene Mittel- und Langstreckentrainer einig. Peter Thum (LC Diabü Eschenburg) und Walter Hirschhäuser (ASC Breidenbach), Langstreckler in den 70/80er Jahren, wissen, nur wenn ihre Schützlinge das Gelände beim Crosslauf als Herausforderung suchen und sich stellen, können sie sich auch auf der Bahn weiterentwickeln. So fanden in Oberrosphe die Teilnehmer vier Tage vor Weihnachten bei der 4. Auflage des Wettkampfes in Wetter-Oberrosphe denn auch alles vor, was einen Cross- bzw. Geländelauf in der kalten Jahreszeit ausmacht. Das Team der Langstreckler vom TV 05 Wetter um Marathonroutinier Ulrich Wolf (Bestzeit 2:17:32std. Berlin 1989) und Thomas Henkel hatte hier einen Rundkurs von 900 Metern über ca. 7500 Meter um den Sportplatz ausgewählt, der jedem alles an Kondition und Koordination abverlangte.


So war die erste Frage der fast 100 Ausdauerathleten nach dem Ablaufen des Rundkurses immer: "Wie komme ich das verschlammte Bergabstück hinunter und wie komme ich achtmal den steilen Berg zum Sportplatz wieder hinauf." Ergänzend für viele dann noch die Frage: " Und wie schaffe ich das alles mit Turnschuhen." Aber nach dem Rennen zeigte sich, das eigentlich jede Variante ihre Vor-, aber auch Nachteile hatte. Auf dem Rundkurs um den Sportplatz war ständiger Rhythmuswechsel angesagt. Für die "Turnschuhläufer" ohne Spikes war auf dem seifigen Untergrund noch mehr Koordination gefragt. Nach dem Start ging es zunächst auf einem Wald- und Wiesenweg in rasanter Talfahrt bergab. Unten angelangt musste jeder erst einmal richtig abbremsen und sich dann mehr oder weniger elegant in eine Linkskurve legen, um nicht gegen einem Baum zu fallen. Dann kam ein langgezogener flacher Waldweg, auf dem man sich beim Überspringen von Ästen und Steine etwas erholen konnte. Dann hieß es sofort Anlauf zu nehmen für das steile Bergaufstück. Bei solchen Belastungen werden alle Beinmuskeln so richtig durchgeschüttelt, aber auch trainiert. Spätestens nach der 5. von acht Runden bei den Männern waren aber auch die Oberschenkel total übersäuert und jeder war froh, als er das Ziel erreicht hatte.


Männer-Langstrecke 7500 Meter über acht Runden:

Die schnellsten Beine auf der Langstrecke im "Königswettbewerb" der Männer hatte der Jüngste im Feld, der 21-jährige Felix Thum (LC Diabü Eschenburg). Vom Start weg ließ der Hindernisspezialist keinen Zweifel an seinen Sieg auf kommen, enteilte mit seinem lockeren Laufschritt schon an der ersten Steigung dem Feld und lief einen ungefährdeten Sieg in 27:52 Minuten heraus.


Schnelle Senioren dahinter:
Platz zwei dahinter ging an den starken Senior M40 Jürgen Wagner (LGV Marathon Gießen), der mit 200 Metern Rückstand auf diesem schweren Geläuf sich aber ebenfalls beachtlich gegen die jüngere Konkurrenz aus der Affäre zog. Nur 10 Sekunden später kam dann schon der nächsten Senior M45, der Giessener Martin Seidel (TV Waldstraße Wiesbaden) in 28:50 Minuten, dahinter lief Ralf Schüler (LC Diabü Eschenburg) M 40 nach 29:04 Minuten über die Ziellinie.


Frauen-Langstrecke 5600 Meter über sechs Runden/23 Teilnehmerinnen :
Sah es im Frauenrennen über drei Runden nach einem Sieg wie im Vorjahr für Jana Hirschhäuser (ASC Breidenbach) aus, so musste diese aber nach Streckenhälfte wegen einer Wadenzerrung vorzeitig aussteigen und ihrer bis dahin schon dicht auf den Fersen folgenden Vereinskameradin Franziska Espeter nach 24:56 Minuten den Podestplatz überlassen.Espeter gehört wie Jana Hirschhäuser zum Team der Breidenbacher, das bei den deutschen Crosslaufmeisterschaften den Mannschaftstitel gewann und kommt aus einer sportlichen Familie mit sechs Kindern und ist ein großes Lauftalent. Franziska ist Lehramtsstudentin (Biologie und Sport) in Marburg. Platz zwei ging an ihre Vereinskameradin Katharina Schmitt (ASC Breidenbach) in 25:59 vor Hanna Rühl (TSG Lollar) 26:45 und Katja Mergenthal (SG Fronhausen) 27:18 Minuten. Dahinter lag dann schon Ultramarathonläuferin Antje Krause (USC Marburg) in 27:57 Minuten. Die Wohratalerin Marianne Domes holte sich wie bereits im Vorjahr den Sieg bei den Seniorinnen W55 in 29:58 Minuten.


Alexander Hirschhäuser (ASC Breidenbach) siegte bei der Jugend:
Den Jugendlauf über 5600 Meter sah man einen spannenden Zweikampf zwischen Alexander Hirschhäuser (ASC Breidenbach) B-Jugend und dem A-Jugendlichen Jonas Baum (LC Diabü Eschenburg). Beide liefen couragiert im Männerspitzenfeld mit. Vorjahressieger Daniel Buelterman (TSV Krofdorf-Gleiberg) platzierte sich am Ende mit den größeren Kraftreserven noch auf Platz zwei in 21:37 vor Jonas Baum 22:08 Minuten.
Im schlecht besetzten Schülerfeld setzte sich über zwei Runden 1900 Meter Kilian Schreiner (TV Hartenrod) in 7:18 Minuten sicher durch. Schon in der letzten Woche zeigte er in der Stadtallendorfer Herrenwaldhalle bei seinem ersten Start überhaupt mit einer viel versprechenden 1000-Meter-Zeit von 2:53 min sein Lauftalent. Ebenso überlegen war bei den Mädchen Maria Espeter (LG Wittgenstein) in 8:26 Minuten.


Bei den Jüngsten über 1000 Meter/eine Runde waren der 10-jährige Christopher Greifelt in 4:54 Minuten vor der Vorjahressiegerin, der neunjährigen Lea Isenberg (TSV Michelbach) in 4:57 Minuten am schnellsten.