Deutsche Juniorenmeisterschaften 2010

Die Freude im Haus Hirschhäuser in Oberdieten war am Sonntagabend riesig groß. Zum zweiten Mal in ihrer noch jungen Laufbahn holte sich die erst 19-jährige Jana Hirschhäuser (ASC Breidenbach) einen Deutschen Meisterschaftstitel.

Helmut Schaake

Regensburg.

Nach 2009, als sie sich den Jugendtitel über 2000-Meter–Hindernis holte, stand sie ganz überraschend am Sonntag in Regensburg bei den Deutschen Juniorenmeisterschaften nach einem an Spannung kaum zu übertreffenden 3000-Meter-Hindernis-Finale erneut ganz oben auf dem Siegerpodest. Dabei sah nach es nach dem erfolgreich absolviertem Abitur mit den zeitraubenden Vorbereitungen für die Klausuren und die mündlichen Prüfungen noch vor drei Monaten und nach einer hartnäckige Fußverletzung im Frühjahr noch gar nicht nach Laufen und Wettkämpfen aus. Nur mit Alternativtraining wie Aqua-Jogging und Radfahren sowie dem obligatorischen Kräftigungs- und Gymnastikprogramm konnte sie ihre sportliche Form halten und im Nachhinein von Jana und Vater und Trainer Walter Hirschäuser betrachtet, sogar wesentlich verbessert werden. Erst ein vorsichtiges Herantasten an die Höhepunkte der Saison brachten dann letztlich den nicht erwarteten Erfolg bei den Deutschen Meisterschaften im 3.000-Meter-Hindernislauf. Doch bereits mit der Verbesserung ihrer 5.000-Meter-Zeit von 16:55 Minuten und dem 8. Platz bei den Deutschen Meisterschaften der Frauen vor 4 Wochen zeigte sich das gesteigerte Ausdauerpotenzial. Dass auch die Unterdistanz über 1.500 m in 4:30 min. verbessert wurde, beweist die deutliche Steigerung bei den Süddeutschen Meisterschaften vor 3 Wochen. Beide Male gab es eine Verbesserung der Kreisrekorde aus den 80er Jahren. Für Regensburg selbst durfte Jana nur mit einer Sondergenehmigung des DLV starten, da sie eigentlich die Qualifikationskriterien nicht erfüllt hatte und in diesem Jahr noch kein Hindernisrennen bestritten hatte. Favoritin war Jana Sussmann, die Deutsche Vizemeisterin der Frauen, mit einer Bestleistung von 10:11 Minuten.



Nachdem sie gut 5 Runden im Windschatten zusammen mit der Topfavoriten Jana Sußmann (LG Nordheide) weit vor dem übrigen Feld das Rennen bestimmte, musste sie zwei Runden vor Schluss aber Jana Sußmann laufen lassen. So ging sie mit gut 30 Metern Rückstand in die letzte Runde. Auf der Gegengeraden aber merkte Jana Hirschhäuser, dass Jana Sußmann an Boden verlor. Dank ihrer guten Hindernisstechnik und großer Willenstärke mobilisierte sie ihre letzten Kräfte und zog am letzten Hindernis 50 Meter vor dem Ziel in einem packenden Zweikampf vorbei und siegte überglücklich in Bestzeit von 10:22,69 Minuten gegenüber 10:23,09 für Sussmann. Die taktische Marschroute wurde von Jana Hirschäuser bestens umgesetzt. Solange es geht an der Spitze dran bleiben, um dann in der letzten Runde, wenn sie noch eine Chance sieht, noch alles umzudrehen. Sie nutzte den Überraschungsmoment „wer von Hinten kommt hat das höhere Tempo“ und stand fassungslos im Ziel. Damit sollte dann auch die B-Kader-Zugehörigkeit für Jana Hirschhäuser mit der Perspektive für internationale Einsätze für ein weiteres Jahr sicher sein.
Am Samstag war die Trainingskameradin Sonja Kiefer mit viel Hoffnung im 5.000-Meter-Lauf an den Start gegangen. Nach hervorragendem Beginn und einer Zwischenzeit von 7:01 Minuten bei 2.000 m sah es nach einer Verbesserung ihrer bisherigen Bestzeit von 17:57 Minuten aus. Doch Magenprobleme machten ihr auf den letzten Runden zu schaffen, sodass sie etwas enttäuscht nach 18:04,67 Minuten auf Platz 12 ins Ziel kam. Für Kiefer war es aber immerhin ihre bisher zweitbeste Zeit und ihr erster Start bei einer Deutschen Meisterschaft über 5.000 Meter.